Schülerinnen & Schüler

Zeitzeugen der Corona-Pandemie

Corona-Geschichten von Jugendlichen

Ein neuer Witz

Ich habe das Corona-Virus als einen Witz kennen gelernt. Und so  blieb es zuerst dann auch. Bei den ersten Instruktionen über das Virus war ich auch noch nicht der Ansicht, dass es eine ernste Gefahr darstellen könnte. Ich ging weiterhin zur Schule und lernte wie üblich.

Täglich machte man über Corona Witze und als es hiess, dass eventuell die Schulen geschlossen würden, habe ich das zuerst für einen Scherz gehalten. In der Schule selber hatten wir vorher nämlich nie über eine mögliche Schliessung gesprochen. Eines freitagnachmittags aber nach dem Sportunterricht haben mir mehrere Freunde auf dem Heimweg geschrieben, dass die Schulen tatsächlich geschlossen werden sollten. Zu Hause fragte ich dann bei meiner Mutter nach, die es auch von einigen ihrer Freunde gehört hatte. Wir haben darauf in der Schule angerufen, welche uns dann doch bestätigt hat, dass es eine Schulschliessung gebe. Da war ich zuerst sehr überrascht. Das Wochenthema Nummer eins war die angebliche „Pause“ und dass man jetzt während den nächsten Wochen viel mehr Freizeit hätte. Dann kam das „Homeschooling“, bei dem man im Endeffekt doch nicht so viel Freizeit hatte.

Nach diesem unvergesslichen Wochenende kam die erste Schulwoche in Quarantäne und ich musste mir, um den Unterricht fortführen zu können, meine E-Mail, Zoom (eine Videochat-App) und Signal (eine weitere Nachrichten App) neu einrichten. Bei der ersten Videokonferenz gab es noch Schwierigkeiten mit dem Audiosignal. Von Tag zu Tag wurden wir alle besser darin, über Computer und Handy zu kommunizieren. Obwohl es mit den Videokonferenzen einigermassen flüssig lief, war es doch sehr unkomfortabel und oft ein Krampf für mich.

Auch auf mein Privatleben hatte das Virus einen sehr starken Einfluss. Ich liebe es, auszugehen und mich mit Freunden zu treffen – am liebsten am Wochenende und dann mit so vielen wie möglich.  Zu Beginn der Schulschliessung ging ich noch ausser Haus, aber das tat ich nicht mehr lange. Kurz später sagte meine Mutter nämlich, dass es ihr lieber wäre, wenn ich ein bisschen mehr zu Hause bleiben würde. Kurz daraufhin hatte der Bund ja sowieso die Regel verhängt, dass sich nur maximal fünf Personen treffen dürften. Und die Bitte vom Bund, wenn möglich zu Hause zu bleiben, habe ich dann ernst genommen. Dann blieb ich einige Zeit zu Hause.

Zu dieser Zeit waren die Strassen Zürichs sehr leer. Ich denke, zuvor habe ich die Innenstadt noch nie so «leblos» gesehen. Mittlerweile gehe ich wieder öfters mit Freunden nach draussen. All die Lockerungen und Geschäftsöffnungen empfinde ich als sehr entlastend.

Ich hätte auf das Virus gut verzichten können, doch im Endeffekt sollte nun alles wieder seinen rechten Weg nehmen und nur darauf kommt es schliesslich an.

 

Lockdown und Homeschooling

Ende Januar habe ich zum ersten Mal vom Corona-Virus aus Wuhan gehört. Ein Arzt entdeckte das Virus und teilte dies der chinesischen Regierung mit. Doch er wurde von niemandem ernst genommen und zwei Wochen später starb er selbst daran. Das Virus verbreitet sich schnell und China musste alles bis auf Einkaufsläden schliessen. Bis heute weiss man noch nicht, woher das Virus wirklich stammt. Man vermutet, es wurde von einem Tiermarkt in Wuhan aus verbreitet, d.h. es wurde zuerst von einem Tier auf einen Menschen übertragen und danach von Mensch zu Mensch weitergegeben. Es könnte aber auch sein, dass es in einem Labor entwickelt worden ist.

Das Virus kann für ältere Leute und für diejenigen, die sonst schon Krankheiten haben, gefährlich sein. Man kann daran sogar sterben. Inzwischen sind über 5 Millionen Menschen weltweit infiziert und etwa 350 000 Menschen daran gestorben.

Im Februar brach das Virus auch in anderen Ländern aus. In Europa war Italien das Land, das den ersten Patienten mit dem Corona-Virus  entdeckt hatte. Nach wenigen Wochen brach die Epidemie auch in Deutschland, Frankreich, Spanien und in der Schweiz aus. Die Schweiz entdeckte den ersten Patienten im Tessin, nachdem der Mann nach einer Reise von Italien zurückgekommen war.

Unsere Regierungen entschieden sich sofort zu drastischen Quarantänemassnahmen. Durch den „Lockdown“ gab es wirtschaftliche und finanzielle Probleme. Flugzeuge konnten nicht mehr fliegen, Züge und Busse waren leer und sämtliche Geschäfte, wie Coiffeur-Salons, Gartengeschäfte, Bars, Restaurants, Hotels etc. mussten schliessen. Einige gingen deswegen sogar Konkurs. Sie verdienten nichts mehr und mussten laufende Kosten trotzdem begleichen. Die Schulen schlossen dann auch Mitte März und das so genannte „Homeschooling“ wurde flächendeckend umgesetzt.

Ich fand das grundsätzlich gut. Für die Schülerinnen und Schüler hat man den Unterricht mit Videokonferenzen und Telefonanrufen geführt. Meiner Meinung nach war es nicht zu stressig und ich konnte mich im „Homeoffice“ gut konzentrieren. Leider kam ich aber mit dem Lernen nicht gleich gut vorwärts, wie vorher in der Schule.

Was ich aber auch besonders vermisste, war der Kontakt mit meinen Freunden. Auch wenn ich sie getroffen habe, hatte ich immer zwei Meter Abstand. Verschiedene Aktivitäten, wie Sport, konnte man auch nicht ausüben. Um mich wenigstens ein bisschen zu bewegen und meine Langeweile zu vertreiben, spielte ich regelmässig Pingpong oder ging Velofahren. Meine Schlagzeug-Stunden fielen zumindest nicht aus. Ich habe mit meinem Musiklehrer auch Videokonferenzen geführt. Somit konnte ich täglich üben.

Wir planten eigentlich, über Auffahrt nach Apulien zu fliegen. Freunde haben uns da eingeladen. Doch leider ging das nicht, weil wir sonst am Aufenthaltsort für zwei Wochen in Quarantäne hätten gehen müssen.

Die Zeit zu Hause habe ich genutzt, um zu lesen, zu kochen und zu backen. Ausser dem Buch „Die Nachtstimme“, was ich von der Schule zu lesen bekommen hatte, las ich auch „Der Verdacht“ von Dürrenmatt. Ab und zu half ich meiner Mutter beim Kochen und Backen. Dann putzte ich regelmässig mein Zimmer und machte einige Dinge für den Haushalt.

Das Wichtigste, was ich daraus gelernt habe: Der Sozialkontakt ist für uns Menschen sehr wichtig. Diese zwei Monate Isolation waren für mich nicht gerade sehr attraktiv.

Solange man noch keine Impfung gegen das Corona-Virus findet, kann man aber nicht zur Normalität zurückkehren. Normalität ist für mich Freizeit, Freunde und Verwandte treffen, ohne immer auf die Distanzregeln achten zu müssen, wieder mit dem ÖV zur Schule gehen und einkaufen, ohne immer aufpassen zu müssen, ob nicht ein anderer mir zu nahe kommt.

 

Sicherheitsmassnahmen und Lernen

Als die Corona-Krise bekannt wurde, mussten wir Vorsichtsmassnahmen einhalten: fast immer und überall Hände waschen, ausser zu Hause, immer zwei Meter Abstand zu anderen Menschen einhalten. Wenn jemand krank war, musste er zu Hause bleiben. Wenn er Symptome von Covid-19 hatte, musste er einen Test machen. Bei einem positiven Test musste man zwei Wochen lang zu Hause bleiben, damit in dieser Zeit die Abwehr aufgebaut werden konnte und dadurch die Viren zerstört wurden.

Am Freitag, den 13. März 2020, verkündete der Bundesrat den sogenannten „Shut-down“, d.h. alle Menschen, die nicht unbedingt arbeiten gehen mussten, sollten ab dem 16. März zu Hause bleiben.

Auch ich musste mein Leben grundsätzlich verändern. Die einschneidendsten Veränderungen waren für mich, dass ich meine älteren Geschwister, die nicht mehr zu Hause wohnen, plötzlich nicht mehr sehen, und sogar meine besten Freunde nicht mehr treffen konnte.

So habe ich angefangen, mich mit allen möglichen Dingen abzulenken, zum Beispiel mit Meditieren, Sport treiben oder mit interessanten Filmen. Es gab in dieser Zeit sicher Menschen, denen es langweilig war. Für mich aber war diese Zeit sehr interessant. Ich habe fast jeden Tag einen Film angeschaut und dabei viel gelernt. Das Beste für mich war, dass ich Geburtstag hatte und gleichzeitig der Ramadan begonnen hatte, als das Corona-Virus ausbrach. So habe ich gerade angefangen zu fasten. Deswegen musste ich immer sehr früh aufstehen. Aber nach ein paar Tagen hatte ich mich dann daran gewöhnt.

Zum Glück habe ich alles überlebt und das Leben geht weiter. Verschiedene Leute sagten, dass das Corona-Virus eine Bestrafung von der Natur war. Aber für mich war das eine Lehre und ich habe sehr vieles daraus gelernt.

 

Betroffenheit und Hoffnung

Als das Virus nach Europa kam, spürte ich ein beklemmendes Gefühl in der Brust, denn die Angst um meine Grosseltern und Verwandte war gross.

An sich veränderte Covid-19 mein Leben nicht stark. Ich mied auch zuvor grosse Menschenmengen, ging in keinen Verein und machte nur selten etwas mit Freunden.

Dennoch war irgendetwas anders. Ich wusste nur nicht, was es war. Vielleicht war es die Flut von negativen Nachrichten und Neuigkeiten bezüglich des Virus, die einen wachrüttelten und zeigten, wie brutal das Leben sein kann.

Schliesslich erreichte das Virus meine Familie, um genau zu sein meine Schwester. Sie ist als Krankenschwester tätig und stand mehrere Tage im Kontakt mit einem Patienten, der sich mit Covid-19 infiziert hatte. Sie kam für fünf Tage in Quarantäne. Fünf Tage voller Ungewissheit, ob sie sich infiziert hatte oder nicht. Die Tage vergingen wie in Zeitlupe und am fünften Tag wies sie immer noch keine Symptome auf. Es war eine befreiende Nachricht, denn das bedeutete, dass sie nicht infiziert wurde oder aber, dass das Virus sie nicht stark getroffen hatte.

In den nächsten Tagen hielt meine Schwester Abstand von uns, musste aber dennoch wieder arbeiten gehen.

Ich bin manchmal schockiert, wie viele Menschen das Virus leugnen und damit sich selbst und andere in Gefahr bringen. Ich sehe Bilder von überfüllten Stränden und Massendemonstrationen, welche Wut in mir auslösen. Wut den Menschen gegenüber die ihr eigenes Leben und das ihrer Mitmenschen wie Dreck behandeln.

Das Virus brachte schreckliches Leid, aber es liess auch zu, dass sich die Natur erholen konnte.

Ein baldiges Ende dieser Virus-Pandemie ist wohl nicht zu erwarten, aber es ist ein schöner Gedanke, dass diese Gefahr einmal besiegt sein wird.

Sekundarschule, Mai 2020

 


Eine Stokys-Brücke für Toni Rüttimann

Nachdem Herr Rüttimann uns diesen Sommer besucht und von seinem Leben unter den Menschen in den fernen Ländern berichtet hat, mit denen er Brücken baut, wollten wir selber auch einmal so eine Brücke machen.

Im technischen Werken entwarf der Lehrer für uns ein vereinfachtes Modell, welches wir dann mit STOKYS-Bauteilen und ein paar Hilfsmitteln selber bauen konnten.

Mittelstufenschüler der Schule Toblerstrasse

 


Klassenlager 5. / 6. Primar

"In unserem Lager fand ich es toll, dass wir einander immer geholfen haben, ob in der Küche, beim Putzen oder beim Auftischen. Im Lager muss man einander respektieren und hilfsbereit sein."

"Ich fand es auch sehr toll, dass darauf geachtet wurde, dass niemand ausgeschlossen wurde. Im Gegenteil, man hat sich besser kennen gelernt und besser zusammengearbeitet. Damit man Sachen miteinander unternehmen kann, muss man einander vertrauen."

"Alle Kinder halfen mit, dass es eine schöne Woche ergab. Beim Wandern blieben alle zusammen und achteten aufeinander, damit es keinen Unfall gab. Auch wetterfeste Kleidung war wichtig, ebenso Sonnenschutz und gutes Schuhwerk."

"Im Haus haben wir ebenfalls auf eine wohltuende Stimmung geachtet. Unsere Ämtchen haben wir gut erledigt, auch Streit und Eifersucht mussten wir überwinden. Im Schlafzimmer musste es jedem wohl sein! Jeder sollte am nächsten Tag ausgeschlafen sein."

"Die Lehrer müssen auch das Gefühl haben, dass das Lager gut geht."

"Wir haben viel erlebt und zum Zusammenleben dazugelernt. Die Lehrer hatten grosse Freude, dass wir so ausdauernde Wanderer sind."


100 Jahre Albert-Schweitzer-Spital Lambarene 1913-2013

Wir gestalteten Karten zur Unterstützung des Albert-Schweitzer-Spitals anlässlich des Jubiläums

Zur Information: www.albert-schweitzer.ch/